Eine Retrospektive
an fünf Orten im Jura
Maler des Jura
vom 6. September 2026 bis 31. Januar 2027
/ Die Ausstellung
Der Maler Coghuf, der als Ernst Stocker in Basel geboren wurde und seit den 1930er Jahren im Jura zu Hause war, verstarb vor 50 Jahren, im Jahr 1976. Dieses Jubiläumsjahr bietet Anlass für die bedeutendste Retrospektive, die dem Künstler seit seinem Tod gewidmet wurde. Sie vereint in drei Museen mehr als 180 Werke, vor allem Gemälde. In verschiedenen thematischen Gruppen lassen sich die wichtigsten Etappen seiner Karriere nachverfolgen, vom Expressionismus bis zur Abstraktion.
Zwei Orte in den Freibergen runden die Veranstaltung ab: das Wohnhaus des Künstlers und sein unverändert erhaltenes Atelier in Muriaux sowie ein Bauernhof in Le Bémont, in dem eine Privatsammlung untergebracht ist. Damit feiern alle Bezirke des Kantons Coghuf, den Maler aus dem Jura.
Broschüre herunterladen// Die Orte
Die Retrospektive erstreckt sich über drei Museen im Jura sowie zwei zusätzliche Stationen in den Freibergen, die nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden können: das Wohnhaus und Atelier des Künstlers in Muriaux sowie eine Privatsammlung in Le Bémont. Die Besuche in Muriaux lassen sich mit der Besichtigung der Glasmalereien in der Kirche von Lajoux verbinden.
MJAM — Musée jurassien des Arts
COGHUF IN DER STADT, COGHUF ALS POLITIKER
Im Nebengebäude des Musée jurassien des Arts wird das monumentale Werk mit dem Titel „Bewegung (Arbeiter auf dem Weg zur Fabrik)“ zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder ausgestellt. Das speziell für die Ausstellung restaurierte Gemälde war Coghufs erster institutioneller Erfolg, als er Anfang der 1930er Jahre einen Wettbewerb des Kunstkredits Basel-Stadt gewann. In Moutier werden zudem verschiedene Arbeiten für den öffentlichen Raum präsentiert, die einen Überblick über sein Gesamtwerk von den frühen Werken bis zur späten Schaffensphase bieten. Der Mensch und die Stadt bilden dabei die thematischen roten Fäden.
MJAH — Musée jurassien d'art et d'histoire
COGHUF OHNE GRENZEN
Das Musée jurassien d’art et d’histoire setzt sich mit den Themen Bewegung und Stillstand in Coghufs Werk auseinander. Die Ausstellung ist in drei Bereiche unterteilt: Der Hauptraum widmet sich seiner Leidenschaft für Pferde in den Freibergen und seinen Zugreisen ans Mittelmeer. Ein intimerer Raum bildet hierzu den ruhigen Gegenpol und zeigt Stillleben die auf das Meisterwerk «L’Atelier» von 1945 Bezug nehmen, das im Dauerrundgang des Museums zu sehen ist. Schliesslich veranschaulichen seine Gemälde des Doubs-Tals aus der Vogelperspektive eine andere Form der Bewegung: den Flug.
MHDP — Musée de l'Hôtel-Dieu
VERANKERUNG IN DER LANDSCHAFT – COGHUF: INTIM UND ZEITLOS
Le Musée de l’Hôtel-Dieu räumt den Landschaften der Freiberge als wiederkehrendes Thema in Coghufs Schaffen einen zentralen Platz in der Ausstellung ein. Ein Saal ist den Darstellungen seines 1946 erworbenen Bauernhofs in Muriaux gewidmet. Aus verschiedenen Blickwinkeln und immer wieder gemalt, zeigen die Gemälde des Hofs und seines Gartens diese sowohl als Ort der Ruhe als auch als unerschöpfliche Inspirationsquelle. Eine weitere intime Seite Coghufs zeigt sich in Gemälden des Inneren seines Hauses sowie in der Serie mit dem Titel „Wanderer“ oder „Pilger von Emmaus“, die einen eher spirituellen Ansatz verfolgt.
Privatsammlung
In Bémont befindet sich das Haus der Sammlerfreunde, in dem bedeutende Werke ausgestellt sind. Es handelt sich dabei um einen Bauernhof, in dem Coghuf selbst während der 1930er Jahren gelebt hat.
Wohnhaus und Atelier des Künstlers
In Muriaux befinden sich der Familienbauernhof und das unverändert erhaltene Atelier. Hier arbeitete der Künstler von 1946 bis 1976 und zahlreiche Werke werden dort aufbewahrt.
Glasmalereien in der Kirche von Lajoux
Die 1971 in Zusammenarbeit mit den Glasern der Werkstatt Kübele in St. Gallen entstandenen Glasmalereien von Coghuf stellen Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau Maria dar, der die Kirche von Lajoux geweiht ist.
Termine, Informationen und Reservierungen : cafe-du-soleil.ch
Kontakt: coordination@cafe-du-soleil.ch / 032 951 16 84
/// Wer war Coghuf?
Coghuf, mit bürgerlichem Namen Ernst Stocker, wurde am 28. Oktober 1905 in der Nähe von Basel in einer kinderreichen Familie geboren. Sein älterer Bruder Hans war ebenfalls Maler. Nach einer Lehre als Schlosser und anschliessend als Kunstschmied hielt er sich Mitte der 1920er Jahre mehrmals in Paris auf, wo er Kurse besuchte, sich mit der Malerei vertraut machte und die Avantgarde entdeckte. Gleichzeitig erkundete er während ausgedehnten sommerlichen Wanderungen die Freiberge.
1928 nahm er das aus dem Basler Dialekt entlehnte Pseudonym Coghuf an und schloss sich der Gruppe Rot-Blau II an, bevor er an zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland teilnahm. Anfang der 1930er Jahre markierten die ersten Ankäufe des Kunstmuseums Basel und der Auftrag für das große Wandgemälde Bewegung für den Basler Hauptpostamt seinen Einstieg in die Kunstszene. Zur gleichen Zeit verließ er Basel endgültig, um sich in den Freibergen niederzulassen, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.
Er heiratete 1939 Hedwige Rudin, mit der er zehn Kinder hatte, die auf dem von ihm in Muriaux erworbenen Bauernhof aufwuchsen. Parallel dazu entwickelte Coghuf ein sehr umfangreiches Werk als Landschaftsmaler, Wandmaler und ab Ende der 1950er Jahre als Schöpfer von Glasmalereien und Mosaiken für öffentliche Gebäude in der Schweiz und in Frankreich. In den 1960er Jahren engagierte er sich insbesondere gegen das Projekt eines Exerzierplatzes in den Freibergen und schuf Plakate, die bis heute berühmt sind.
Nach seinem Tod im Februar 1976 wurden ihm rasch bedeutende Retrospektiven gewidmet, zunächst in Basel, 1986 in Saint-Ursanne, Zürich und Glarus, 2005 in Le Locle und schließlich 2026 an mehreren Orten im Jura – eine Ausstellung, die seinen zentralen Platz in der Geschichte der modernen Kunst der Schweiz festigt.
//// Werke
Sechs der hier abgebildeten Werke vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt seines Schaffens. Die Sammlung wird in den drei Museen der Retrospektive präsentiert.
///// Agenda
Delémont · Porrentruy · Moutier
Freitag, 4. September, 18 Uhr – Musée jurassien d’art et d’histoire Delémont.
Samstag, 5. September, 11 Uhr – Musée de l’Hôtel-Dieu Porrentruy.
Samstag, 5. September, 17 Uhr – Musée jurassien des Arts Moutier.
Moutier · Delémont · Porrentruy
Die drei Museen eröffnen gleichzeitig die Ausstellung im Rahmen der Coghuf-Retrospektive.
Moutier
Vorstellung der Restaurierung des monumentalen Werks „Bewegung (Arbeiter auf dem Weg zur Fabrik)“ durch die Restauratorinnen Amalita Brutus und Aisha Hamann.
14:00–15:00 Uhr und 16:00–17:00 Uhr
Musée jurassien des Arts Moutier – Eintritt frei.
Moutier · Delémont · Porrentruy
Musée jurassien des Arts Moutier
Sonntag, 20. September und 8. November, 11 Uhr.
info@musee-moutier.ch / +41 (0)32 493 36 77 · musee-moutier.ch
Musée jurassien d’art et d’histoire Delémont
Samstag, 19. September und 7. November, 15 Uhr.
reservation@mjah.ch / +41 (0)32 422 80 77 · mjah.ch
Musée de l’Hôtel-Dieu Porrentruy
Sonntag, 20. September und 8. November, 15 Uhr.
info@mhdp.ch / +41 (0)32 466 72 72 · mhdp.ch
Muriaux · Le Bémont · Lajoux
Atelier des Künstlers in Muriaux
Führung durch Familienangehörige
Privatsammlung in Le Bémont
geführt von Professorin Barbara von Orelli-Messerli
Glasmalereien der Kirche von Lajoux
geführt von der Kunsthistorikerin Samantha Formaz
6 CHF pro Führung · Dauer 1 Stunde · Teilnehmerzahl begrenzt
Termine, Informationen und Reservierungen : cafe-du-soleil.ch
Kontakt : coordination@cafe-du-soleil.ch / 032 951 16 84
Porrentruy
Vortrag auf französisch von Herrn Brian Foster, Sammler und ehemaliger Galerist, Spezialist für deutsche Kunst des frühen 20. Jahrhunderts: « Du bon usage des snobs » („Der richtige Umgang mit Snobs“).
Moutier
Der Anbau des Musée jurassien des Arts, Moutier bleibt bis zum 31. Januar 2027 geöffnet.
Moutier · Delémont · Porrentruy
Letzter Tag, um die gesamte Ausstellung zu entdecken.
Änderungen im Programm vorbehalten
////// Katalog
Ein von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider mit einem Vorwort versehener Katalog in deutscher und französischer Sprache begleitet die Ausstellung und enthält rund zwanzig Beiträge von Fachleuten und Künstlern aus der ganzen Schweiz.
/////// Praktische Informationen
Vom 6. September 2026 bis zum 31. Januar 2027 in allen drei Museen.
Im Musée jurassien des Arts in Moutier schließt die Villa am 22. November 2026;
der Anbau bleibt bis zum 31. Januar 2027 geöffnet.
Musée jurassien des Arts Moutier
Donnerstag bis Sonntag, 14:00 – 18:00 Uhr.
Oder nach Vereinbarung für Gruppen und Schulen.
Geschlossen an folgenden Feiertagen: 25.12. und 31.12.2026, 01.01.2027.
Musée jurassien d'art et d'histoire Delémont
Dienstag bis Freitag, 14:00 – 17:00 Uhr; Samstag bis Sonntag, 11:00 – 18:00 Uhr.
Oder nach Vereinbarung für Gruppen und Schulen.
Musée de l'Hôtel Dieu Porrentruy
Dienstag bis Sonntag, 14:00 – 17:00 Uhr.
Oder nach Vereinbarung für Gruppen und Schulklassen.
Geschlossen an folgenden Feiertagen: 25.12. und 31.12.2026, 01.01.2027.
Erwachsene CHF 9 · ermässigter Preis CHF 6 (AHV/IV, Arbeitslose, Auszubildende, Studierende) · kostenlos für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.
Kombiticket für 3 Museen (Moutier, Delémont, Porrentruy):
Erwachsene CHF 20 · ermässigter Preis CHF 15, gültig während der gesamten Dauer der Retrospektive.
Workshops, Besichtigungen auf eigene Faust oder mit Führung.
Besuche ausserhalb der Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich.
Besuche sind für Schulklassen kostenlos.
Führungen sind nach Absprache auch ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.
110 CHF + Einzel-Eintrittskarten (ermässigter Preis 6 CHF pro Person)
Musée jurassien des Arts Moutier
info@musee-moutier.ch / +41 (0)32 493 36 77 · musee-moutier.ch
Musée jurassien d'art et d'histoire Delémont
reservation@mjah.ch / +41 (0)32 422 80 77 · mjah.ch
Musée de l'Hôtel Dieu Porrentruy
info@mhdp.ch / +41 (0)32 466 72 72 · mhdp.ch
Muriaux, Le Bémont und Lajoux, organisiert vom Kulturzentrum „Le Soleil“.
CHF 6 pro Führung · Dauer: 1 Stunde · begrenzte Teilnehmerzahl · Für die Führungen in Lajoux wird ein Minibus ab Saignelégier organisiert.
Auskünfte und Reservierungen: coordination@cafe-du-soleil.ch / 032 951 16 84
//////// Unterstützer
Die Ausstellung und der dazugehörige Katalog wurden von den folgenden Institutionen grosszügig unterstützt:
Fondation Valgine · Stiftung « In memoriam Adolf und Margreth Im Hof-Schoch » · Societec SA · Fondation Gilos · Fondation Upsilos · Syndicat des communes des Franches-Montagnes (SCFM) · Commune Les Breuleux · Commune de Muriaux · Commune Le Noirmont · Commune de Saignelégier · Commune Les Genevez · Commune Les Bois · Commune de Lajoux

